Weggemeinschaft Born Bracht Brüggen
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der Pfarrbüros:

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Mittwoch  
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Dienstag 
von 9.30 bis 12.00 Uhr 
und Donnerstag
von 15.00 bis 17.00 Uhr 
 

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Dienstag
von 15.00 bis 17.00 Uhr
Donnerstag 
von 9.30 bis 12.00 Uhr 

 

Hl. Theresia von Avila

15. Oktober

Die innere Burg – aus dem ersten Kapitel

DIE ERSTE WOHNUNG

Wie ich heute unseren Herrn anflehte, er möge durch mich reden - weil ich nichts zu sagen fand und nicht wusste, wie ich mit der Erfüllung dieser Aufgabe beginnen sollte -‚ da bot sich mir dar, was ich nunmehr sagen und als Fundament gebrauchen möchte: nämlich unsere Seele als eine Burg zu betrachten, die ganz aus einem Diamant oder einem sehr klaren Kristall besteht und in der es viele Gemächer gibt, gleichwie im Himmel viele Wohnungen sind. Denn wenn wir es recht betrachten, Schwestern, so ist die Seele des Gerechten nichts anderes als ein Paradies, in dem der Herr, wie er selbst sagt, seine Lust hat. Nun, was meint ihr, wie wohl die Wohnstatt sein mag, in der ein solch mächtiger, weiser und reiner König, der so reich an Gütern jeglicher Art ist, sich ergötzt? Ich finde nichts, mit dem sich die große Schönheit einer Seele, ihre Weite und ihre hohe Befähigung vergleichen ließe. Und wahrlich, unsere Einsicht und unser Verstand - so scharfsinnig sie sein mögen - reichen schwerlich aus, sie zu begreifen, genausowenig wie sie Gott sich auszudenken vermögen; denn er selbst sagt, dass er uns schuf nach seinem Bilde. Ist dies wirklich so - und es ist so -‚ dann brauchen wir uns nicht abzumühen in dem Verlangen, die Schönheit dieser Burg zu erfassen. Obgleich zwischen ihr und Gott der Unterschied besteht, der den Schöpfer trennt vom Geschöpf - da sie ja etwas Erschaffenes ist -‚ so genügt doch das Wort Seiner Majestät, dass sie nach seinem Bilde geschaffen ist, um die große Würde und Schönheit der Seele uns als kaum fassbar erscheinen zu lassen.

[…]

Denken wir uns also, dass diese Burg - wie ich schon gesagt habe - viele Wohnungen hat, von denen einige oben gelegen sind, andere unten und wieder andere seitwärts, und dass sie ganz innen, in der Mitte all dieser Wohnungen, die allerwichtigste birgt: jene, wo die tief geheimnisvollen Dinge zwischen Gott und der Seele vor sich gehen. Es ist nötig, dass ihr auf dieses Gleichnis achtet. So Gott will, kann ich euch damit etwas von den Gnaden verständlich machen, die Gott nach seinem Belieben den Seelen verleiht, und von den Unterschieden, die zwischen ihnen bestehen (soweit dies nach meinem Verständnis möglich ist; denn alle zu verstehen, vermag niemand, so mannigfaltig sind sie; und schon gar nicht jemand, der so armselig ist wie ich). Denn wenn der Herr euch solche Gnaden erweisen sollte, wird es für euch ein großer Trost sein, zu wissen, dass dies möglich ist; und für die, denen dies nicht widerfährt, wird es ein Grund sein, seine große Güte zu loben. 


Von Alexandra Scherrers

Veröffentlicht am 02.10.2015

 
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