Weggemeinschaft Born Bracht Brüggen
http://weggemeinschaft-bbb.kibac.de/nachrichtenansicht?mode=detail&action=details&siteid=102115&type=news&nodeid=45a9363d-3c74-4bc8-84f4-cdee1c84301b

 

vom 20.02.2016

Barmherzigkeit – Misericordia

Papst Franziskus lenkt unseren Blick mit dem heiligen Jahr der Barmherzigkeit auf eine Eigenschaft unseres Gottes, die wesentlich ist und in der die ganze Zuwendung und Liebe ausgedrückt werden kann, die uns von Gott, unserem Vater entgegenkommt. Nicht umsonst weist uns Weihbischof Karl Borsch in seinem Fastenhirtenbrief darauf hin, dass Barmherzigkeit nicht nur eine Richtschnur und ein Leitfaden für die Kirche als Ganzes ist, sondern dass Barmherzigkeit Bestandteil unseres Lebens sein sollte. Ganz besonders betont er dabei die Barmherzigkeit uns selbst gegenüber, dann benennt er die, welche wir unserem Nächsten entgegenbringen, und als drittes geht er auf die Barmherzigkeit ein, die in unseren Gemeinden und Gemeinschaften von Nöten ist. Der Hirtenbrief ist auf der Bistumsseite im Internet zu finden. (www.bistum-aachen.de) Gerne stellen wir Ihnen diesen in den Pfarrbüros auch schriftlich zur Verfügung.

Unseren Pfarrbrief schmückt die Herz-Jesu-Statue aus Bracht. „Das Herz ist ein Bild für die Liebe: die Liebe, die Menschen einander schenken, und die Liebe, die Gott schenkt. In seiner Barmherzigkeit ist er uns nahe gekommen in seinem Sohn.“ (Aus der Andacht „Herz Jesu“ Gotteslob 676,3)

Die Barmherzigkeit verbindet in sich das Erbarmen und das Herz.

Erbarmen erkläre ich gerne an unserem Ruf ‚Herr, erbarme dich.’ am Anfang des Gottesdienstes. Dieser Ausruf ist durch das ‚Kyrie’ – ‚Herr’ – eine Anerkennung der Herrschaftlichkeit und der Überlegenheit des Angerufenen. Es macht deutlich, dass der andere über uns steht. Erbarmen ist dann das Herabneigen, die Zuwendung, die dieser höher gestellte dem Rufenden entgegenbringen soll. Sei bei mir. Schütze und bewahre mich. Sieh mich an und gib mir ein Gesicht. Erbarmen ist damit immer Zuwendung; Bewegung auf den anderen zu. Ein Wahrnehmen und Erkennen, dass ich nicht alleine bin, dass durch mich der Andere ein Gesicht, eine Würde erhält. Anders gesagt, dass ich mich von ihm berühren lasse und mich ihm aussetze. Genau das tut Gott, wenn er in Jesus Christus Mensch wird.

Jetzt kommt aber auch noch das Herz ins Spiel. Barmherzigkeit heißt in dieser Linie dann jemandem in Liebe mein Herz zuwenden. Barmherzigkeit ist damit nichts statisches, etwas mit dem ich fertig werden kann. Barmherzigkeit ist eine Bewegung, ein Tun, dass immer wieder neu geübt werden muss. Etwas das Anstrengung kostet und Entschiedenheit. Damit wird auch deutlich, dass sich Liebe nicht in einem romantischen Gefühl erschöpft, sondern vielmehr eine Entscheidung ist, die ich zu treffen habe.

Die Entscheidung dafür, dass der Andere genauso wie ich eine Daseinsberechtigung, ja vielmehr ein Recht auf ein erfülltes Leben hat, und dass ich für dieses erfüllte Leben des Anderen meinen Beitrag leiste.

„Wer sich dem Herzen Jesu anvertraut, empfängt Kraft, das eigene Kreuz zu tragen, schwierige Situationen zu meistern und Liebe auch dort zu schenken, wo keine Gegenliebe zu erwarten ist.“ (Gl 676,3)

Ihr Pastor Frank Schürkens


Von Alexandra Scherrers

Veröffentlicht am 19.02.2016

Test