Weggemeinschaft Born Bracht Brüggen
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vom 21.11.2015

Herbst – Zeit für Nachdenkliches

Liebe Mitchristen in Bracht, Born und Brüggen!

Viele Menschen freuen sich nach einem langen und schönen Sommer auf den Herbst. Sie freuen sich auf die Farben des Herbstlaubes, die Früchte dieser Jahreszeit und vielleicht auf ein wenig „Indian summer“,  bevor der Advent und das Weihnachtsfest noch einmal vor dem Jahreswechsel alle Energien fordern; das Jahr sozusagen zum Endspurt ansetzt.

Aber es scheint mir auch eine Zeit zu sein, die zur Nachdenklichkeit anregt. Allerseelen, Allerheiligen, Volkstrauertag, das sind die Tage, die wir im Herbst begehen. Nicht wenige Menschen, gerade die, die eine schwere Zeit durchleben, sehen mit sehr gemischten Gefühlen auf den November.

Wenn ich immer wieder unseren Betrieb, der sich mit dem Baustoffrecycling beschäftigt, begehe, um nach dem Rechten zu sehen, dann fallen mir  gerade in dieser Zeit immer die vielen Grabsteine auf, die die umliegenden Kommunen abliefern, wenn Gräber nach langer Zeit abgelaufen sind (siehe Titelfoto).

Dann liegen diese Grabsteine auf dem großen Haufwerk von Bauschutt, der einmal nach der Aufbereitung zu einem gütegeprüften Baustoff für den Straßenbau wird. Die Steine werden mit großen Radladern in eine sogenannte Prallmühle befördert, werden mit viel Energie, sprich Gewalt, zerschlagen und werden nach einem weiteren Aufbereitungsprozess auf eine Fertigguthalde geladen.

Immer wieder kommen mir beim Anblick der nicht mehr verwendeten Grabsteine recht merkwürdige Gedanken: Da haben sie nun lange Jahre an den oder die Verstorbene erinnert. Sie trugen neben den Namen die Geburts- und Sterbedaten und hielten so die Erinnerung an einen lieben Menschen wach.

Nun scheinen sie nicht mehr gebraucht zu werden. Nach 25 Jahren erlischt die Erinnerung. Die Gräber wurden abgeräumt, ihre weitere Pflege kann oder soll nicht mehr stattfinden.

Bleibt für mich die Frage: Was wird aus uns? Wer erinnert sich noch an uns auch 25 Jahre nach unserem unausweichlichen Tod?

Ich bin dann so unendlich dankbar, dass es für Gott diese Zeitabläufe nicht gibt und er sich unserer ewig erinnert. Bei Gott gibt es kein Vergessen, kein Ablaufdatum für uns.

Schon der Prophet Jesaja bekennt 700 Jahre vor Christus das Gotteswort, das er zu uns Menschen  spricht:

„Ich habe eure Namen in meine Hände geschrieben. Ihr seid mein.“ (Jes 49, 16)

Wenn ich´s recht bedenke, so ist der Herbst doch eine ganz schöne Jahreszeit, oder?

Ihr und Euer Diakon W. Türlings


Von Alexandra Scherrers

Veröffentlicht am 20.11.2015

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